Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Jahr geht zu Ende. Und, wenn wir zurückblicken auf die letzten 12 Monate, so stellt sich die Frage: Wo ist der Silberstreifen am Horizont? Wo ist die attraktive Perspektive für uns Menschen auf dieser Erde? Eine Perspektive, mit der wir unsere Probleme in den Griff kriegen können, und mit der wir ein erfülltes Leben führen können.
Denn die übergeordnete Perspektive ist es, die heute fehlt! Deshalb werden Kriege geführt, deshalb bekommen die populistischen Gruppierungen immer mehr Zulauf, wird die Hoffnung genährt, dass allein die KI unsere Zukunft retten kann, beuten wir unsere Erde aus, als gäbe es kein Morgen, ersinnen wir, mit der Absicht alles richtig zu machen, immer neue Vorschriften und Anforderungen, wie wir uns zu verhalten hätten, wird der Umgang immer rauer, kreist unser Denken immer mehr um das eigene Ich oder wir fliehen in ein Gutmenschentum, das die Welt retten soll, …
Dabei beschleicht einen das Gefühl: die Welt wird immer verrückter, immer komplizierter, immer unkontrollierbarer. In der Folge prasseln täglich mehr Informationen auf uns ein, die uns verwirren, allzu leicht einschüchtern und verzagt machen, die Ängste erzeugen, uns lethargisch und depressiv werden lassen und manche gar in den Suizid treiben.
Doch wie geht es anders?
Wir brauchen eine Perspektive für unsere Zukunft!
Etwas, das wir wirklich wollen, für das wir uns einsetzen können, das uns stärkt und jeden einzelnen Menschen aufbaut, das unserem Leben einen Sinn gibt und die Grundlage für ein gelingendes Miteinander bildet.
Eine mögliche Perspektive bietet die Ausrichtung nach dem Wesentlichen, nach den zugrunde liegenden universellen Gesetzmäßigkeiten unseres Lebens. Dabei ist dieses Wesentliche nichts Abstraktes, nichts Kompliziertes. Sondern ganz einfach das innere Potential, die innere Möglichkeit, die in einem Menschen oder in einer Situation steckt und zu einem Ausdruck gebracht werden möchte. (siehe auch: Was ist das Wesentliche)
Für jeden einzelnen Menschen ist das Wesentliche seine prägende, seine dominierende Persönlichkeitseigenschaft. Der eine möchte Fragen klären, ein anderer möchte Entscheidungen herbeiführen und wieder ein anderer lebt auf, wenn es etwas zu machen und zu tun gibt. Und so weiter. Ganz nach der individuellen Veranlagung. Und greifen wir das für uns Wesentliche auf und bringen es zum Ausdruck, dann ist das die Grundlage für ein erfülltes Leben.
Dafür fragen wir uns: Was ist das Wesentliche in den täglichen Situationen? Und unsere Fähigkeiten bringen wir ein, um eine passende Lösung zu entwickeln. Dabei stellen wir fest: Wir brauchen die Unterstützung der anders geprägten Menschen. Denn durch die Ausrichtung auf das Wesentliche wird eine Verbindung zwischen den Beteiligten geschaffen. Alle wollen für das Wesentliche eine Lösung. Alle ziehen an einem Strang, wobei sich jeder mit seinen ganz individuellen Möglichkeiten und Persönlichkeitseigenschaften einbringt.
Dabei entsteht eine Ordnung, die jede der beteiligten Personen für sich ausrichtet, das Miteinander gestaltet und die gesamte Situation transformiert. So werden wir zu freien Menschen, die sich bereitwillig in einem kooperativen Miteinander engagieren. Denn erst durch das konstruktive Zusammenwirken entstehen attraktive und tragfähige Lösungen. Lösungen, die wir begrüßen und die Situationen grundlegend verändern können. Wobei wir den alten Ballast bereitwillig wegwerfen, um Platz für das Neue zu schaffen. (siehe auch: Vielfalt im Einklang)
Wir können es in einem Bild darstellen:

Der zentrale Diamant steht für das Wesentliche, für das die Beteiligten in der konkreten Situation eine Lösung schöpfen. Dafür richtet sich jeder nach dem für ihn Wesentlichen aus und bringt sich mit seinen individuellen Fähigkeiten und Interessen ein – dargestellt durch die angedeuteten Personen in den verschiedenen Farben. Ist die Lösung gut herausgearbeitet, dann resultiert eine Ordnung, die Orientierung und Halt gibt, sowie ein heiteres und befreiendes Miteinander.
Das Wesentliche kann uns einen Sinn im Leben geben.
Denn es ist wohl die größte Sehnsucht eines jeden Menschen, seinem inneren Wesen auf die Schliche zu kommen und einen angemessenen Ausdruck im Leben zu geben.
Ja es ist so einfach – und doch so schwer. Denn der Weg erfordert Mut, Engagement und einen langen Atem. Doch die Mühe lohnt sich. Denn die Erkenntnis des Wesentlichen ist der Quell für ein befreites und schöpferisches Leben. (Siehe auch: Werde, der Du werden kannst)
Es ist an der Zeit, dem Wesentlichen einen zentralen Platz in unserem Leben einzuräumen. Doch fangen wir im Kleinen an. Jeder an seinem Platz. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Sammeln wir erste Erfahrungen, die unsere Zuversicht stärken, so dass wir dann immer größere Aufgaben angehen können: mit dem Partner, in der Familie, bei den Freunden, den Kollegen bei der Arbeit, den Kunden, im Verein, … und so weiter, bis wir uns schließlich an die großen gesellschaftlichen Fragen wagen können.
Die Ausrichtung nach dem Wesentlichen richtet uns auf. Macht uns zu eigenständigen Menschen, die einen Sinn in ihrem Leben haben und sich in ein kooperatives Miteinander einbringen, um die täglichen Aufgaben zu meistern. So packen wir uns selbst am Schopf und befreien uns aus dem Schlammassel.
Warten wir nicht darauf, dass irgendwer uns die Umgebung zur Verfügung stellt, in der wir ein erfülltes Leben führen können. Das ist eine Illusion. Wir haben uns selbst aufzuraffen, diese Umgebung zu schaffen. Und zwar spezifisch für jede Situation.
Also richten wir unser Leben, richten wir unser ganzes Sein nach dem Wesentlichen aus! Denn das Wesentliche ist ein nie versiegender Quell, der uns Halt und Orientierung geben kann, und aus dem wir ein erfülltes Leben schöpfen können.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für das neue Jahr
Eugen Flöthmann
