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Dem Leben Fülle geben

Ein sinnerfülltes Leben, das möchten wohl die meisten Menschen führen. Doch wie kommen wir dahin? In seinem Gedicht Wünschelrute formulierte Joseph von Eichendorff einen Ansatz:

Doch was ist dieses Zauberwort? Es ist das Wesentliche, die zugrunde liegende universelle Gesetzmäßigkeit. Sie bildet die Quelle, aus der die Lebenskraft entspringt und in jedem Lebewesen zu einem Ausdruck gebracht werden möchte. Das Wesentliche ist die treibende Kraft, die eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt, die ein Samenkorn keimen lässt, so dass es sich zu einer Pflanze entwickelt, die blüht, wächst und gedeiht.

Das Wesentliche unseres Menschseins

Bei uns Menschen finden wir das Wesentliche in unserer prägenden Persönlichkeitseigenschaft. Sie bildet den Kern unseres Wesens. (siehe auch: Erkenne dich selbst!) Dabei sind die Wesenskerne individuell ganz unterschiedlich. Der eine Mensch lebt auf, wenn er etwas machen oder tun kann, der nächste möchte einer Sache auf den Grund gehen, etwas vermitteln oder einen Entschluss treffen. Und so weiter. Ganz nach unserer individuellen Veranlagung.

Erheben wir den Wesenskern zum zentralen Maßstab im Leben, nach dem wir unser Denken, Fühlen und Handeln bewusst ausrichten, so werden in der Folge lauter weitere Persönlichkeitseigenschaften in uns aktiviert, mit denen wir den Kern zu einem passenden Ausdruck bringen. Oder in den Worten von Jean Paul: Es ist wie der Frühling, der alle Blütendes Inneren aufschließt.

Den Wesenskern zum Ausdruck bringen

Dafür haben wir die einzelnen Persönlichkeitseigenschaften in ein konstruktives Zusammenwirken zu bringen. Das kann anhand eines allgemeinen Veränderungsprozesses erfolgen. So fragen wir uns zuerst: was ist das Wesentliche in der konkreten Situation? Im Weiteren schöpfen und verwirklichen wir dafür eine tragfähige und attraktive Lösung, die eine neue Ordnung schafft.

Der Prozess besteht aus 10 Schritten. In der Abbildung erstreckt er sich aus dem Inneren der Spirale, aus der Enge der Anfangssituation hinaus in die Weite der neu gestalten Situation. Dabei ist der Prozess in 5 Phasen unterteilt, die durch die Rauten in der Spirale voneinander getrennt sind. Jede der Phasen ist mit einer führenden Frage verknüpft, die in dem Zusammenspiel der zugehörigen Prozessschritte zu einer Antwort geführt werden.

Der Prozess hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Etwa als individueller Entwicklungsprozess, oder als soziale Prozess in der Beratung, Mediation oder im Coaching, als pädagogischer Prozess oder auch in dem mehr technischen Umfeld als Entwicklungs-, Problemlösungs- und Innovationsprozess. Ich habe den Prozess für die Gesprächsführung konkretisiert und daraus die Methode der Guten Gespräche entwickelt. Dazu ist auch ein Buch erschienen.

Eine neue Kultur des Miteinanders

Mit dem Prozess können wir unser inneres Wesen in unseren Aufgaben zur Entfaltung bringen. Gleichzeitig entsteht eine Beziehung ins Miteinander. Indem wir uns auf unseren Wesenskern spezialisieren, werden wir offen für den Austausch mit unseren Mitmenschen. Gemeinsam können wir Lösungen für unsere Fragen und Aufgaben entwickeln, die dem Leben Sinn und Fülle geben. Es entsteht eine neue Kultur des Miteinanders. (siehe auch: Eine neue Kultur des Miteinanders)

Der zentrale Diamant steht für das Wesentliche, für das die Beteiligten in der konkreten Situation eine Lösung schöpfen. Danach richtet sich jeder mit seinem Wesenskern aus und bringt sich mit seinen individuellen Fähigkeiten und Interessen ein – dargestellt durch die angedeuteten Personen in den verschiedenen Farben. Ist die Lösung gut herausgearbeitet, dann resultiert eine Ordnung, die Orientierung und Halt gibt und die Beteiligten mit einem verbindenden Einheitsgefühl erfüllt – der Liebe.

Zusammengefasst können wir sagen:

Durch die Ausrichtung nach dem Wesentlichen können wir Menschen im konstruktiven Miteinander eine Ordnung schaffen, die dem Leben Sinn und Fülle gibt. (siehe auch: Der Sinn des Lebens) Oder:

Das Wesentliche ist ein Quell,

aus dem wir ein erfülltes Leben

schöpfen können.

Das Vorgehen können wir anhand der Sonnenblume veranschaulichen:

Dabei entspricht das Wesentliche dem Zentrum des Blütenkorbes. Und der äußere Rand des Korbes steht für die Situation. In dem Korb sind die einzelnen Röhrenblüten in Spiralen angeordnet. Einerseits Spiralen, die im Uhrzeigersinn vom Rand in Richtung Zentrum orientiert sind. Diese könne mit dem Auffinden des Wesentlichen assoziiert werden. Und dann Spiralen die vom Kern ausgehend im Uhrzeigersinn zum Blütenrand verlaufen und mit dem Gestalten der Situation nach dem Wesentlichen in Verbindung gebracht werden können. Als Resultat entsteht eine befreiende Ordnung, die unsere Lebensfreude aktiviert – dargestellt durch äußeren gelben Blütenblätter der Sonnenblume. (Siehe auch: Der Kreis und seine Mitte)

Weitere Informationen,

Anregungen, Methoden und Beispiele finden Sie in den Blogbeiträgen. Doch betrachten wir ein konkretes Beispiel: Reden wir über das Wetter.

Ich wünsche Ihnen ein munteres Stöbern auf meiner Webseite sowie eine erfolgreiche persönliche Entwicklung.

Eugen Flöthmann