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Der Gesprächsprozess

Jede Gesprächssituation ist spezifisch, denn eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Themen und Inhalten ist möglich. Die fünf Fragen eignet sich jedoch in der Regel, um in einer Gesprächssituation eine gute Lösung zu entwickeln:

  1. Was ist das Motiv für das Gespräch?
  2. Wo drückt der Schuh?
  3. Wie lösen wir das Dilemma?
  4. Wie lässt sich die Idee verwirklichen?
  5. Wie setzen wir die Lösung praktisch um?

Dabei erfordert die Beantwortung der unterschiedlichen Fragen spezifische methodische Schritte und Eigenschaften der beteiligten Personen. Daraus ergibt sich ein Gesprächsprozess, der in der Abbildung dargestellt ist.

Der Prozess beginnt in der Abbildung im Zentrum der Spirale, sozusagen in der Enge der Ausgangssituation, und setzt sich von dort erweiternd fort, entsprechend der neu ausgerichteten Situation, bis hin zum Ziel. Die Prozessschritte folgen, als jeweilig methodisch formulierte Anforderung, dem seriellen Verlauf. Den Hauptphasen sind die darin jeweils führenden Fragen zugeordnet.

Die methodischen Schritte, in Kombination mit den entsprechenden Fragen, markieren den Weg eines guten Gesprächs; sie bilden sozusagen die To-Do-Liste. Sie stellen ganz spezifische Anforderungen an die Gesprächspartner, die diese vor allem im Hinblick auf ihre individuellen Eigenschaften, Vorlieben und Fähigkeiten erfüllen können. Es gibt 10 wesentliche Persönlichkeitsmerkmale, welche im Gesprächsprozess – entsprechend den 10 Prozessschritten – zum Einsatz kommen:

  1. Moderator –Kontakt aufbauen/Beziehung herstellen, thematische und vermittelnde Führung
  2. Beobachter –Offenheit, Unvoreingenommenheit, Neugier, die Situation erfassen
  3. Forscher –Situation analysieren, hinterfragen, prüfen, detektivischer Spürsinn, Bedarf ermitteln
  4. Erfinder – Spontaneität, Intuition, Ideen entwickeln, Impulse geben, lebhafte Fantasie.
  5. Kühler Kopf – Vor- und Nachteile herausstellen, rational abwägen, Entschluss herbeiführen
  6. Tüftler/Problemlöser –visionäre Vorstellungen auf das Machbare herunterbrechen, schlüssige Lösungswege ausarbeiten
  7. Vertreter – Ideen bekannt machen, andere begeistern, Verbesserungsvorschläge begrüßen
  8. Der Planer – Zielvorgaben formulieren, Realisierungsschritte erarbeiten, Umsetzungsschritte vorzeichnen
  9. Macher – Ziele aufgreifen, Pläne anwenden, praktische Umsetzung ausführen
  10. Feiernder – Freude und Dankbarkeit zeigen, wenn das Ziel erreicht ist

Die einzelnen Schritte des Gesprächsprozesses stellen spezifische Anforderungen an die beteiligten Personen. Im Miteinander ergänzen sich die unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten und führen zu einem guten Resultat. Die folgenden fiktiven Dialoge zwischen Xanthippe und Sokrates mögen einen ersten Eindruck vermitteln, wie ein gutes Gespräch verlauft und in den einzelnen Schritten vorgegangen werden kann: