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Gemeinsam den Garten planen

Es ist März. Die Sonne lacht. Der Garten ruft! Doch meine Frau setzte vor die eifrige Gartenarbeit erst einmal ein P. Denn sie möchte endlich Ordnung im Garten haben. Und dafür brauchen wir eine Antwort auf die Frage: Wie können wir unsere Vorstellungen in unserem Garten verwirklichen?

Ein immerzu blühendes Staudenbeet wollen wir haben, eine Trockenmauer, einen Teich, ein Kräuterbeet, ein Gemüsebeet, Johannisbeeren und Stachelbeeren, Apfelbäume, aber auch Platz für heimische Gehölze wie Eibe und Ilex und auch unser Waldstück soll mit eingebunden werden mit Kiefern, Kastanie und Eiche. Und dann brauchen wir Platz für Tomaten, eine Weinrebe darf auch nicht fehlen, und eine Gelegenheit zum Sitzen und Kaffeetrinken soll es auch noch geben….

Wir brauchen einen Plan

Doch wie kriegen wir das alles unter einen Hut? Auf unserem schmalen Grundstück? Mit dem kargen Sennesand? Meine Frau meinte: das schaffen wir nicht alleine. Und so hatte sie Bianca Stahlhut ausfindig gemacht, eine Gartenarchitektin, die ein Gartenplanungsseminar anbietet:

Und anstatt jetzt bei dem prächtigen Wetter im Garten zu werkeln, fuhren wir zum Seminar, das in einem kleinen Dorf in einem schön hergerichteten Bauernhaus stattfand.

Schon im Vorfeld hatten wir einen aktuellen Plan unseres Gartens zu erstellen und einen Fragenkatalog zu beantworten, was für Vorstellungen wir für unseren Garten hätten. Doch jetzt ging es ans konkrete Planen.

Zuerst wurde die Frage gestellt: welche Formen sollen für die Gestaltung des Gartens verwendet werden? Rechteckig, dreieckig, rund, geschwungen? Und so fingen wir an, erste geschwungene Formen für die Beete in den Plan zu zeichnen. Ganz zurückhaltend und behutsam. Schön vom Rand des Gartens ausgehend.

Nun, als die Gartenarchitektin das sah, nahm sie ihren Stift und zeichnete schwungvoll ein paar Kreisformen mitten auf die Fläche. Oha! So hatten wir das noch gar nicht bedacht! Doch nach einigem hin und her gefiel uns der Ansatz, und wir zeichneten zwei große Kreise in den Garten, die durch eine rechteckige Form miteinander verbunden wurden.

Dann ging es daran, den Stil des Gartens festzulegen. Also konkret die Beete zu planen – ein Staudenbeet, ein Teich, ein Bauerngarten – und was jeweils zu pflanzen ist. Und siehe da, hier konnten wir alle unsere Vorstellungen unterbringen. Zu guter Letzt war alles sauber aufzuzeichnen und zu beschriften. Dann war der Plan fertig. Wir hatten unsere ideale Vorstellung für die Gestaltung des Gartens geschaffen.

Gemeinsam Planen

Dabei haben meine Frau und ich den Plan gemeinsam erstellt. Dafür waren immer wieder Fragen zu klären: was sind ihre Vorstellungen? Was sind meine Vorstellungen? Doch uns ging es jetzt nicht darum, den anderen von dem eigenen Standpunkt zu überzeugen. Sondern wir wollten einen möglichst attraktiven Gartenplan haben, in dem sich unsere Vorstellungen wiederfinden.

Natürlich hatten wir uns dabei zusammenzuraufen. Doch wir sahen unsere unterschiedlichen Ansichten weniger als Konflikt, sondern eher als Anregung, um die gemeinsame Lösung immer attraktiver zu machen. Dabei beharrten wir jetzt gar nicht auf unseren Positionen, sondern waren durchaus zu Zugeständnissen und Anpassungen bereit.

Und so entstand eine gemeinsam entwickelte Vorstellung für die Gestaltung des Gartens. Jetzt beantwortet dieser Plan sicher noch nicht alle Fragen. Das ist auch nicht so wichtig. Doch der Plan bildet eine Grundlage, auf der wir unsere Ideen für den Garten weiter konkretisieren und gestalten können. Und da meine Frau und ich dabei die gleiche Zielvorstellung verfolgen, kommen wir bei der Planung in ein Miteinander. Wir ziehen gewissermaßen an einem Strang, wobei jeder seine ganz eigenen Ideen und Vorstellungen mit einbringt, die wir dann gemeinsam anpassen und berücksichtigen.

Also alles Friede, Freude, Heiterkeit?

Nun ganz so ist das nicht. Denn es gibt durchaus noch Punkte, an denen wir uns reiben. So möchte meine Frau ihre Tomaten justament an der sonnigsten Stelle des Gartens pflanzen, wo ich gerne eine Weinrebe hätte…. Nun ja, da könnten wir uns jetzt in die Wolle kriegen. Doch in Anbetracht des gemeinsam entwickelten Lösungsbildes ist diese Frage eigentlich gar nicht mehr so wichtig. Sie hat einen anderen Stellenwert bekommen, und wir können die Sache mit Humor nehmen. So werden die Tomaten dieses Jahr wohl wieder an unserem Sonnenplatz stehen….. Doch im Herbst ist ja auch Pflanzzeit. Dann sind die Tomaten abgeerntet. Und dann wäre doch die Gelegenheit, eine Weinrebe zu pflanzen. Na, schaun wir mal…