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Was soll das alles?

Gewöhnlich treten wir durch Gespräche mit unseren Mitmenschen in Verbindung und durch Reden sind wir im Austausch miteinander. Wir führen Gespräche über die täglichen Dinge, die großen wie die kleinen, die privaten wie die beruflichen, im Kreise der Familie, unter Freunden. Wir reden, wenn wir uns auf der Straße begegnen, bei der Arbeit, am Stammtisch und am Küchentisch. Dabei hegt wohl jeder Mensch mehr oder weniger unbewusst den tiefen Wunsch, die Gespräche mögen ‚gut‘ sein, das heißt, sie mögen gelingen, zu etwas Positivem führen, etwas klären oder vermitteln. Gute Gespräche bereichern das Leben. Gute Gespräche bringen Abwechslung, Farbe und Freude in den Alltag. An gute Gespräche erinnern wir uns lange und gerne. Und es sind häufig gute Gespräche, die zu den entscheidenden Weichenstellungen in unserem Leben führen.

Doch gute Gespräche sind keine Selbstverständlichkeit. Wie oft erleben wir es im Alltag, dass unsere Gespräche erfolglos verlaufen, mehr Fragen aufwerfen als beantworten, dass wir unser eigentliches Anliegen ganz aus den Augen verlieren und uns stattdessen in Nebensächlichkeiten verlieren. Nicht selten führen wir, ohne es vielleicht zu wollen, ein Gespräch erhitzt oder kontrovers, ohne dabei ein Ergebnis zu erzielen. Dann fühlen wir uns anschließend erschöpft, weil wir uns an Widerständen sinnlos verausgabt haben oder unser Engagement an der Gleichgültigkeit eines Gesprächspartners abgeperlt ist. Manchmal kommt es vor, dass wir uns in Gesprächen verrennen, dass wir feststecken oder dass unser Austausch einseitig wird. Wenn ein Gespräch sogar eskaliert und zu einem Streit ausartet, fühlen wir uns elend, leiden und wünschen uns insgeheim, die Sache möge doch möglichst schnell vorübergehen.

So drängt sich der Schluss auf, dass Gespräche oft etwas schwieriges, etwas kompliziertes und mitunter durchaus belastendes sind. Aber stellen wir die Frage einmal anders: Was macht ein gutes Gespräch überhaupt aus? Wie sollte ein Gespräch verlaufen, dass wir es leicht und freudig führen können und dass dabei ein brauchbares Resultat herumkommt?

Und genau bei dieser Frage setzen die Guten Gespräche an. Sie zeigen einen konkreten Weg auf, wie wir im Miteinander gute Resultate auf unsere täglichen Fragen finden können. In Guten Gesprächen entsteht etwas Sinnvolles im aktiven Miteinander der Gesprächspartner. Etwas, das vorher nicht da war und dieses Neue wird von allen Beteiligten als gut, als eine Bereicherung angesehen. Dieses kann in seiner Art sehr unterschiedlich sein: etwa eine aufmunternde Bemerkung, ein geschenktes offenes Ohr, das gemeinsame Betrachten einer Situation, Entwickeln einer Lösung, Herausarbeiten einer Entscheidung, Lösen eines Konfliktes, Schlichten eines Streits,…..

Letztlich jeder Austausch kann zu einem guten Gespräch entwickelt werden. Doch wie können wir dafür sorgen, dass das gelingt? Haben wir es überhaupt selbst in der Hand? Ergeben sich die Erfolge nicht rein zufällig, sozusagen aus den glücklichen äußeren Umständen? Da stimmte einfach die Chemie, der Sommerabend war lau und der Wein löste die Zunge …

Gute Gespräche geben es den Beteiligten selbst in die Hand, im Miteinander ein passendes Resultat zu erzielen. Die zentrale Voraussetzung für das Gelingen des Gesprächs ist die Bereitschaft, gemeinsam eine gute Lösung für die Situation zu entwickeln. Dafür haben wir unsere eigenen Positionen loszulassen, sie in Frage zu stellen, sie der Situation spezifisch anzupassen, anstatt sie vehement zu vertreten.

In den normalen Gesprächen ist die führende Frage der einzelnen Teilnehmer: „Wie kann ich meine Position möglichst gut durchsetzen?“ Das Ziel in den Gesprächen ist ein Kompromiss, bei dem jeder Zugeständnisse seine Position hinzunehmen hat. In den guten Gesprächen ist die führende Frage: „Was kann ich dazu beitragen, damit wir gemeinsam für die Situation eine möglichst gute Lösung finden?“ So ziehen alle Beteiligte an einem Strang und bringen sich ein, um ein gutes Resultat zu erzielen. In Guten Gesprächen wird das Miteinander neu ausgerichtet. Es wird freudiger, leichter und dabei gleichzeitig konkreter und erfolgreicher.

Als Berater in IT-Projekten habe ich immer wieder tragfähige und einvernehmliche Lösungen herbeizuführen und lege deshalb besonderen Wert auf eine reibungslose wie verbindliche Kommunikation. So war meine erklärte Absicht, den anfänglich sicher etwas visionär und weit gespannten Ansatz für die guten Gespräche soweit zu klären, zu konkretisieren und bis in das Machbare herunterzubrechen, damit das Vorgehen eine wirkliche Hilfestellung in den täglichen Gesprächssituationen bietet. Dafür werden gängige Methoden der Dialog- und Gesprächsführung aufgegriffen und zu einem schlüssigen, in der Praxis erprobten und vielfältig anwendbaren Vorgehen verbunden. Über die Jahre habe ich die Resultate in privaten und beruflichen Situationen immer wieder überprüft und die Vorgehensweise kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Im Ergebnis entstand das Gute-Gespräche-Konzept, das heute einen alltagstauglichen Ansatz zur gelingenden Gesprächsführung bietet.

Ich möchte mich mit den guten Gesprächen an alle diejenigen Menschen wenden, die das Zusammenleben mit anderen leichter, freudiger, harmonischer, abwechslungsreicher und dabei zugleich konkreter, zielgerichteter und erfolgreicher gestalten möchten – denn gute Gespräche tragen grundlegend dazu bei, dass das tägliche Miteinander gelingt.