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Philosophie im Alltag

Nachdem Xanthippe und Sokrates in ihrem irdischen Leben kaum eine Gelegenheit ausgelassen hatten, sich zu streiten, konnten sie sich im Himmel versöhnen. So hatten sie zusammen die Methode der Guten Gespräche entwickelt. Doch das ist jetzt abgeschlossen und es braucht eine neue Aufgabe.

Es ist Sonntagmorgen. Xanthippe und Sokrates sitzen am Frühstückstisch. Dabei sind die Brötchen längst verzehrt, doch die beiden sind ins Gespräch vertieft und palavern munter über Gott und die Welt.

Sokrates: Wie ich unsere sonntäglichen Philosophiegespräche am Frühstückstisch schätze!

Xanthippe: Hm, ist das Philosophie? Wir fragen uns doch einfach, wie wir unsere täglichen Aufgaben meistern können.

Sokrates: Aber das ist doch Philosophie! Es ist die Frage, wie wir durch einen passenden Gedanken unser Leben bereichern und unsere täglichen Aufgaben gut erledigen können!

Xanthippe: Pass nur auf, dass Du mit Deiner Philosophie auf dem Boden der Tatsachen bleibst. Denn da findet das wahre Leben statt.

Sokrates: Aber Philosophie kann unser Leben bereichern!

Xanthippe: Schon. Doch irgendein schlauer Mensch hat mal gesagt: „Es ist wichtiger, gut zu verdauen, als das Wesen der Dinge zu schauen.“

Sokrates: Doch wenn wir das Wesentliche in unseren täglichen Aufgaben erkennen, den Gedanken weiter aufgreifen und danach unsere Situationen neu gestalten, so wirkt das durchaus befreiend und belebend.

Xanthippe: Ja dann sehen wir die Situation mit neuen Augen.

Sokrates: Es sollte es die wesentliche Aufgabe der Philosophie sein, den Alltag zu bereichern und sinnvoll zu bestreiten.

Xanthippe: Denn wer stattdessen in die geistigen Sphären entflieht, um den täglichen Problemen zu entkommen, beweist nur, dass sein Philosophieren wirkungslos bleibt.

Sokrates: Seine Gedanken blähen sich auf wie Seifenblasen und zerplatzen irgendwann.

Xanthippe: Und nicht nur die Gedanken blähen sich auf. Die ganzen Menschen blähen sich auf und machen sich wichtig.

Sokrates: Denn ihnen ist oft mehr daran gelegen, sich ins rechte Licht zu setzen, als nun eine passende Antwort auf ihre Fragen und Aufgaben zu finden.

Xanthippe: Stattdessen haben das Denken und das Handeln zusammen zu kommen.

Sokrates: Doch dafür haben wir den Menschen mitzuteilen, wie sie einen passenden Gedanken in einer Situation herausfinden, und wie sie danach die Situation neu gestalten können.

Xanthippe: Lass uns anhand konkreter Beispiele aufzeigen, dass unsere Philosophie, dass unser Vorgehen nichts Kompliziertes ist, sondern dass es im Grunde ganz einfach ist. Und dass es sich auf die verschiedensten alltäglichen Situationen und Fragestellungen anwenden lässt.

Sokrates: Es ist eine Lebensphilosophie, mit der wir das Wesentliche, das Universelle, das Kosmische in den täglichen Situationen erkennen, um es weiter aufzugreifen und zu verwirklichen.

Xanthippe: Dafür schauen wir: Was ist los in der konkreten Situation?

Sokrates: Greifen es auf und schaffen dafür eine attraktive Lösung, die die Situation neu ausrichtet.

Xanthippe: Das mögen nun manche als etwas banal oder hinterwäldlerisch betrachten.

Sokrates: Nein das ist es nicht. Indem wir uns nach dem Wesentlichen ausrichten, bekommt die konkrete Situation für uns eine Bedeutung, einen Inhalt, den wir bestmöglich zu einem Ausdruck bringen wollen.

Xanthippe: Und dahinter verblasst das ganze Höher, Schneller, Weiter, nach dem sich die meisten Menschen heute ausrichten.

Sokrates: Doch langer Rede kurzer Sinn: fangen wir an! Schauen wir und schaffen passende Beispiele, die wir dann in loser Folge auf dieser Webseite veröffentlichen.

Xanthippe: Ja das ist eine gute Aufgabe!