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Die Welt mit neuen Augen sehen

Schauen wir Menschen uns etwas an, dann wird sofort unser Verstand aktiv. Wir machen uns unsere eigenen Vorstellungen und Meinungen über die Sache. Und diese Vorstellungen lösen in uns Gefühle aus, die darüber entscheiden, ob wir uns in der Situation wohlfühlen oder nicht, ob wir uns ärgern oder uns freuen, ob wir heiter sind oder traurig.

Mit unseren Vorstellungen und Meinungen, die wir uns über die Dinge machen und unseren Gefühlen, die dadurch ausgelöst werden, nehmen wir die Welt wahr. So sehen wir nicht das, was wirklich ist, sondern das, was wir meinen, das sei.

Dabei wirken unsere eigenen Vorstellungen wie ein innerer Nebel, der uns die freie Sicht versperrt. Und dieser Nebel beschäftigt uns. Er prägt unser Denken, unser Fühlen und unser Wollen. Und dabei besteht die Tendenz, dass der Nebel immer dichter wird. Immer mehr Gedanken über die Dinge kreisen durch unseren Kopf und machen uns häufig schwermütig.

Den Nebel auflösen

Doch wie löst sich der Nebel auf? Wie kann eine klare Sicht entstehen? Schauen wir in der Natur. Sie macht es uns vor. Der Nebel löst sich durch die Kraft der Sonne auf. Zuerst mag sie nur als zarte Silhouette am Horizont erscheinen. Doch je mehr die Sonne aufsteigt, umso mehr kommt ihre Kraft zur Wirkung. Die einzelnen Nebeltropfen lösen sich auf und die Sicht wird immer freier. Schließlich leuchtet die gesamte Landschaft in ihrem Licht.

Jetzt mögen Sie sagen: schön und gut, so funktioniert das in der Natur. Doch wie ist das mit meinem inneren Nebel, mit meinen eigenen störenden Vorstellungen und Ansichten? Was ist da die Sonne, die in mir Klarheit schafft?

Denn wir wollen nicht in dem Nebel orientierungs- und freudlos umherwandern. Wir wollen aus dem Nebel heraus! Wir wollen eine klare Sicht der Dinge! Dabei nutzt es nichts, sich über den Nebel Gedanken zu machen, über ihn zu schimpfen oder gegen ihn zu protestieren. Denn dann wird der Nebel immer dichter. Mehr und mehr fängt er uns ein. Und wir fühlen uns immer schlechter dabei.

Doch wie können wir den Nebel hinter uns lassen? Wie kommen wir zu einer klaren Sicht der Dinge? Wie schon gesagt, wir können den Nebel nicht auflösen, indem wir im Nebel herumstochern oder indem wir unsere eigenen Gedanken von rechts nach links wälzen. Wir haben außerhalb des Nebels zu schauen. Wir brauchen einen absoluten Leitgedanken, der die Situation von außen neu ausleuchtet und eine befreiende Orientierung schafft.

Das Wesentliche schafft Klarheit

So können wir uns fragen: Was ist das Wesentliche in der Situation? Was ist der universelle Gedanke, der als Möglichkeit in der Situation verwirklicht werden möchte? Vielleicht ist eine Entscheidung zu treffen, eine Frage zu klären, etwas zu vermitteln, Ziele zu definieren und so weiter. (siehe auch: Was ist das Wesentliche?)

Und haben wir das Wesentliche aufgespürt, dann haben wir es weiter aufzugreifen und zu verwirklichen. Dabei wissen wir, was zu tun ist. Mit unserem gut bestückten Methodenkoffer schreiten wir zur Tat. Dabei treten unsere eigenen krausen Gedanken über die Situation, unsere Schwermütigkeit und Orientierungslosigkeit immer mehr in den Hintergrund. Stattdessen werden wir aktiv und zugleich immer freier, lockerer und heiterer. So wirkt das Wesentliche wie die Sonne, die den Nebel auflöst. Die gesamte Situation wird geklärt und neu ausgerichtet. Als Resultat entsteht eine befreiende Ordnung.

Indem wir das Wesentliche in einer Situation erkennen, es weiter aufgreifen und zu einer attraktiven und tragfähigen Lösung bringen, können wir Klarheit schaffen. Dann sehen wir die Situation so, wie sie wirklich ist. Dann erkennen wir die Möglichkeiten, die in der Situation stecken und die wir weiter aufgreifen und verwirklichen können. Es entsteht eine neue Ordnung. Wir sehen die Welt mit neuen Augen.